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Energiekrise: Wirtschaft und Gesellschaft im Zwiespalt

Solidarisch sparen bringt uns alle ein Stück weiter und näher zusammen

Wirtschaft und Gesellschaft

Wirtschaft und Gesellschaft - Quelle: pixabay.com

Im Frühjahr rief Robert Habeck die Frühwarnstufe für Gas aus. Hierbei sieht die EU-Notfallverordnung Gas vor, dass kritische Infrastruktur, systemrelevante Einrichtungen und Verbraucher gegenüber der Industrie bevorzugt versorgt werden sollen. Ob jedoch Verbraucher oder Industrie versorgt werden, hängt nicht nur davon ab, wann Robert Habeck Warnstufen aktiviert, sondern vor allem, wieviel Gas überhaupt verfügbar ist. Sinnbildlich heißt dies: Alle sitzen in einem Boot und wenn der See kein Wasser mehr führt, schwimmt das Boot nicht mehr.

Die Frage in welchem Ausmaß ich persönlich Strom, Gas und andere Ressourcen verbrauche, ist nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine gesellschaftliche. Genau dies wird in der aktuellen Energiekrise spürbar. Klar ist: Wenn ich mir wertvolle Ressourcen wie Erdgas trotz enormer Preissteigerungen leisten kann, können dies viele andere nicht (mehr). Klar ist: Je mehr ich mir diese Ressourcen leiste, desto teurer wird es für andere, sich diese zu leisten.

Dies sei an praktischen Beispielen verdeutlicht: Lasse ich als Unternehmensleiter Bürogebäude unangemessen  beheizen  oder fordere eine Präsenzpflicht von Mitarbeitern und muss Gebäude daher heizen, steht diese Ressourcenverschwendung in direktem Konflikt mit dem alleinerziehenden Elternteil in der Nachbarschaft, das entweder die Heizung oder das Portemonnaie häufiger zumachen muss.
Andersherum: Leisten wir Privathaushalte uns unangemessen viel Heizenergie, kann dies in Papierfabriken zu Engpässen bis zur Abschaltung führen. Deren Mitarbeiter können eventuell nicht mehr bezahlt werden.

Selten wird die enge Verknüpfung von Wirtschaft und Gesellschaft so deutlich sowie deren Zusammenarbeiten so auf die Probe gestellt wie heute und im kommenden Winter. Dabei sollte die Lösung eines solidarischen Sparens ebenso international in den Fokus rücken, sodass andere EU-Länder, ja auch Entwicklungsländer nicht das Nachsehen haben. Im Kleinen ist die Rücksicht eines jeden Einzelnen, eines jeden Unternehmens und jeder Institution gefragt. Im Großen sind es unsere Regierungen, die das Wohl des eigenen Volkes ebenso wie eine ausgewogene globale Verteilung  im Blick haben sollten.

Autor/in:
Marius Braun
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