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Persönlicher Kommentar

Aktuelles Impfgeschehen überfordert die Bürger

COVAX – Solidarität, die zu spät kommt?

1. stv. Landesvorsitzender Marius Braun

Wer einen Blick in die Zeitung oder Nachrichten wirft, kann sich kaum den Neuigkeiten über den Impfaktionismus gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 entziehen. Wir werden mit vielen Fragen, Strategien und Antworten überhäuft und verlieren den Überblick nur all zu schnell.

Wer hat wieviel Menschen geimpft? Wer hat sich die meisten Impfdosen bestellt, gesichert oder gar bevorratet? Welches Impfmittel ist am wirksamsten? Wer bezahlt wieviel für eine Dosis? Wen impfen wir als erstes? Der Fragenkatalog und die Antworten zeigen, dass es kein Richtig oder Falsch gibt, und nur die Empirie lehrt, was wirksam war.

Betrachtet man die aktuellen Impfzahlen, so lässt sich erkennen, dass mittlerweile 100 Millionen Impfungen (Quelle: Statista) durchgeführt worden sind. Die USA, China und Europa verabreichten die meisten Impfungen. Die ist wohl kaum verwunderlich, da sie finanziell beste Möglichkeiten und Beziehungen zu den Vakzin-Herstellern haben. Von „Impfnationalismus“ ist die Rede. Zurecht?

COVAX – Solidarität, die zu spät kommt?

COVAX (steht für Covid-19 Vaccines Global Access) ist eine Initiative, die eine solidarische Verteilung der Impfdosen zu fairen Konditionen ermöglichen soll. Fast alle Länder der Erde sind ihr beigetreten mit dem Ziel, zwei Milliarden Impfdosen in diesem Jahr zu verabreichen. Insbesondere Entwicklungsländer werden hiervon profitieren.

Besonders in Afrika und Südamerika sind in einigen Ländern nicht einmal hundert oder teilweise nur wenige hundert Menschen geimpft. Als „moralisches Versagen“ betitelt das die Weltgesundheitsorganisation WHO. Während sich Industriestaaten durch bilaterale Abkommen oder Exportstopps den Zugriff auf die Impfstoffe sichern, gehen Länder mit wenig finanziellen Möglichkeiten oder ohne gute Beziehungen leer aus. Die ärmsten Staaten litten und leiden am meisten unter der Krise. Wird ihnen nun auch noch die Perspektive auf Besserung genommen? Fakt ist: Schnelle Impfungen werden sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken. Die Armen werden aber ärmer, wenn sie sich diese nicht leisten können. Kann das der Anspruch Europas in einer globalen Welt sein? Wäre nicht genau jetzt der richtige Zeitpunkt, sich solidarisch zu zeigen, als Weltgemeinschaft zu agieren und zu handeln? So sehr der Lockdown uns schadet und nervt, ja, an unsere Grenzen bringt; so sehr wäre es angebracht, an jene zu denken, die sich keine Masken leisten können, die in Städten unausweichlich und eng zusammenleben, denen es an Lebensnotwendigem fehlt. Verstehen wir uns als „Gemeinschaft“, die über Grenzen hinwegschaut?

COVAX ist ein guter Ansatzpunkt.
COVAX muss jetzt starten, um wirksam zu sein.
COVAX darf nicht durch nationale Interessen und nationales Handeln untergraben werden, denn Chancengleichheit setzt voraus, dass aus dem Impfwettlauf ein Impfgleichschritt wird.

Autor/in:
Marius Braun
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