Eisenbahn in Thüringen

Fernverkehr

Für das Schienenfernverkehrsnetz in Thüringen sehen wir noch mehrere offene Baustellen, auf die wir hier eingehen wollen.

Grundsätzlich müssen alle Fernverkehrsstrecken vollständig elektrifiziert und mindestens zweigleisig ausgebaut sein.

Mitte-Deutschland-Verbindung Abschnitt Weimar - Gera

Die immer noch offene Elektrifizierung des Streckenabschnitts Weimar - Gera ist aktuell für nach dem Jahr 2028 geplant. Das ist uns deutlich zu spät. Thüringen, sprich die Thüringer Landesregierung, muss sich dringend um eine frühere Realisierung und eine höhere Priorisierung im Bundesverkehrswegeplan bemühen.

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Mitte-Deutschland-Verbindung

ICE-Neubaustrecke Erfurt - Ebensfeld - Güterfernverkehr, Bahnhof bei Ilmenau

Güterfernverkehr auf der ICE-Neubaustrecke

Als Ende der 1990er Jahre die ICE-Neustrecke aus Kostengründen höher gelegt wurde, wurde offensichtlich nicht bedacht wenige Haltesignale neu zu positionieren. Weil deshalb aktuell Güterzuge nach einem Halt nicht wieder anfahren können, ist bis heute kein Güterzug über die im Dezember 2017 in Betrieb genommene Neubaustrecke gefahren. Jedoch wurde die Zustimmung der Lokalpolitik in Thüringen und Bayern zum sehr hohen Landschaftsverbrauch dieses Projekt mit der Aussicht auf eine verstärkte Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene erkauft. 2019 wurde angekündigt, dass in 2020 vier Haltesignale entsprechend versetzt werden sollen. Es wird höchste Zeit!

Laut uns vorliegender Informationen hat das Höherlegen der Neubaustrecke wegen der damit schlechteren Längsneigung der Strecke auch dazu geführt, dass anstatt der heute in Europa üblichen 1.600-Tonnen-Güterzüge nur Züge mit maximal 1.300 Tonnen Gesamtgewicht auf der Neubaustrecke verkehren können. Dies war ein aus unserer Sicht sehr grober Fehler gewesen, der leider nicht reversibel ist. Falls sich dadurch für die Neubaustrecke Erfurt - Ebensfeld ein Nachteil am Markt ergeben sollte, muss durch geringere Nutzungsgebühren ein Ausgleich geschaffen werden.

Bahnhof bei Ilmenau

Der fehlende Bahnhof bei Ilmenau muss zeitnah kommen. Dieser Planungsfehler muss im Interesse der Hochschulstadt Ilmenau sehr zeitnah korrigiert werden, damit zukünftige Regional-Express- oder InterCity-Züge dort halten können.

Fernverkehr Sachsen-Anhalt - Thüringen - Vorschlag InterCity Magdeburg-Augsburg

Die Strecke zwischen Magdeburg und Erfurt muss als direkte Fernverbindung vollständig elektrifiziert und zweigleisig zur Fernverkehrsstrecke ausgebaut werden. Es bietet sich an, als Alternative zum geplanten Regional-Express Erfurt - Coburg - Nürnberg, einen InterCity Magdeburg - Erfurt - Coburg - Nürnberg - Augsburg einzurichten.

Es kann nicht sein, dass der Personenfernverkehr nur auf InterCity-Express-Züge und damit auf Verbindung größerer Städte ausgerichtet wird. Auch mittelgroße Städte benötigen eine Anbindung an das Fernverkehrsnetz. So würde der Ausbau der Strecke zwischen Magdeburg und Erfurt nicht zuletzt auch der wirtschaftlichen Entwicklung des strukturschwachen Nordthüringens dienen.

Der aktuell auf dieser Strecke verkehrende RE 10 benötigt von Magdeburg bis Erfurt etwa 140 Minuten Fahrzeit. Mit einem ergänzenden InterCity auf einer ausgebauten Strecke könnte die Fahrzeit vermutlich in etwa halbiert werden.

Nahverkehr

Thüringen besitzt einen sehr hohen Anteil nicht elektrifizierter Bahnnebenstrecken, auf denen Regionalbahnen und Regional-Express-Züge unterschiedlicher Betreiber in Betrieb sind. Viele aktuell stillgelegte Nebenstrecken wären mit vergleichsweise wenig Aufwand wieder reaktivierbar. Im Sinne des Klimaschutzes und zur Steigerung der Lebensqualität im Ländlichen Raum muss zeitnah eine Reaktivierung der stillgelegten Nebenstrecken geprüft werden.

Als Alternative sowohl zum Dieselantrieb als auch zu einer sehr kostenintensiven Elektrifizierung machte aus unserer Sicht der sehr wirtschaftliche Einsatz des Wasserstoff-Brennstoff-Zellen-Antriebs hochgradig Sinn. Dieser muss priorisiert und als konkretes Ziel in die Landesplanung aufgenommen werden.

Wir fordern zudem die Wahlfreiheit des öffentlichen Beförderungsmittels für den Schülerverkehr. In vielen Fällen ist aktuell noch so, dass seitens der Kommunen die Nutzung des Eisenbahn als Alternative zum Bus unterbunden wird.

Burgenlandbahn

Das Projekt dient u.a. auch der Stärkung des Ländlichen Raums im strukturschwachen Nordthüringen und nördlichen Mittelthüringen.

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Burgenlandbahn_(Sachsen-Anhalt)

Pfefferminzbahn

Diese Strecke ist nur noch sehr reduziert in Betrieb. Eine vollständige Reaktivierung wäre aus unserer Sicht jedoch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll.

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Pfefferminzbahn

Rennsteigbahn

Eine Reaktivierung der Rennsteigbahnen macht nicht nur zur Förderung des Tourismus in der Rennsteigregion Sinn. Es geht hier auch um eine Förderung des Ländlichen Raums und damit, in Zeiten des Arbeitskräftemangels, auch der Industrie der Region.

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Rennsteigbahn

Max-und-Moritz-Bahn und durchgängige Regionalbahn Probstzella - Coburg

Der Regional-Express Erfurt - Coburg - Nürnberg, welcher zwischen Erfurt und Ebensfeld die ICE-Neubaustrecke nutzen wird, ist bereits sehr konkret in Planung. In diesem Zusammenhang haben wir oben stehend bereits die Themen Bahnhof Ilmenau und, als dazu sinnvollere Alternative, den InterCity Magdeburg - Erfurt - Coburg - Nürnberg- Augsburg angesprochen.

Diese Verbindung wird vermutlich den Regional-Express Sonneberg - Coburg - Lichtenfels - Nürnberg ersetzen. Um dies sinnvoll zu kompensieren wäre im ersten Schritt ein durchgängige Regionalbahn Coburg - Sonneberg - Neuhaus am Rennweg sinnvoll. Im zweiten Schritt kann eine Reaktivierung der Max-und-Moritz-Bahn erfolgen, so dass damit eine durchgängige Regionalbahn Coburg - Probstzella, eventuell mit einem Umstieg oder Zugteilung in Ernstthal oder Neuhaus am Rennweg, entstehen kann. Besonders für den Industrie- und Tourimusstandort Neuhaus am Rennweg ist eine Reaktivierung der Max-und-Moritz-Bahn von sehr hoher Bedeutung.

Eisenbahnlückenschluss Hildburghausen - Bad Rodach (Werrabahn) und Regional-Express Eisenach - Eger

Eisenbahnlückenschluss zwischen Hildburghausen und Bad Rodach
Eisenbahnlückenschluss zwischen Hildburghausen und Bad Rodach angelehnt an Studie PGN 2009
Mögliches zukünftiges Bahnstreckennetz im Bereich Südwestthüringen
Mögliches zukünftiges Bahnstreckennetz im Bereich Südwestthüringen, Unter- und Oberfranken

Eine Reaktivierung der Strecke Eisfeld - Coburg ist heute nur noch mit einer fast vollständigen Neutrassierung und dem Bau neuer Tunnel zur östlichen Umfahrung des Lautertals im Landkreis Coburg realisierbar. Daher muss der deutlich landschaftschonendere Eisenbahnlückenschluss zwischen Hildburghausen und Bad Rodach favorisiert werden.

Zum einem wird damit Südwestthüringen an den ICE-Halt Coburg und damit an das Schienennetz in Richtung Süden angebunden. Dafür kann die aktuelle Regionalbahn Coburg - Bad Rodach dann nach Hildburghausen oder besser bis zum Bahnknoten Grimmenthal verlängert werden. Um anderen kann so ein durchgängiger Regional-Express Eisenach - Bad Salzungen - Meiningen - Hildburghausen - Coburg - Lichtenfels - Kulmbach - Bayreuth - Marktredwitz eingerichtet werden, der nach Möglichkeit bis zum Bahnknoten Eger in Tschechien verlängert werden sollte.

Im Zusammenhang mit der Regionalbahn Coburg - Probstzella kann dann die jetzige Regionalbahn Eisenach - Neuhaus am Rennweg in Sonneberg enden uns dafür grundsätzlich durchgehend und tagsüber mindestens im Ein-Stunden-Takt ausgeführt werden.

In Bezug auf den Güterverkehr verbessert diese Maßnahme die Anbindung der Unternehmen der Region an die Güterbahnhöfe Eisenach und Lichtenfels bzw. Nürnberg. Güterfernverkehr sehen wir auf dieser eingleisigen und nicht elektrifizierten Strecke nicht. Dafür wurde die ICE-Neubaustrecke Erfurt - Ebensfeld gebaut.

Leider wird die Umsetzung dieses Projekts vom Freistaat Bayern blockiert.

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Werrabahn

Höllentalbahn

Dieser sehr länderübergreifende Lückenschluss zwischen Blankenstein (Thüringen) und Marxgrün (Bayern) ist besonders wichtig für den Güterverkehr. Hierdurch könnte eine erhebliche Anzahl LKWs mit Holz für das Papierwerk in Blankenstein vermieden werden. Weiterhin wäre damit eine durchgehende Regionalbahn zwischen Hockeroda (Thüringen) und Neumarkt-Wirsberg (Bayern) bzw. Saalfeld (Thüringen) und Kulmbach (Bayern), jeweils über Hof (Bayern), denkbar.

Leider wird die Umsetzung dieses Projekts vom Freistaat Bayern blockiert.

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Höllentalbahn (Frankenwald)

Vorträge

Unser Landesvorsitzender Martin Truckenbrodt steht gerne als Referent zu den Themen Eisenbahnlückenschluss Südwestthüringen-Oberfranken (Werrabahn), Reaktivierung Max-und-Moritzbahn und InterCity Magdeburg-Augsburg zur Verfügung.

Danksagung

Wir bedanken uns bei Daniel Micklisch aus Sachsen bzw. Sachsen-Anhalt für die tatkräftige und länderübergreifende Unterstützung bei diesem Thema.

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