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Dilemma der aktuellen Energiepolitik

ÖDP Thüringen meldet sich zur Energiewende zu Wort

Stefan Schellenberg

Stefan Schellenberg - Foto: ÖDP

Zum Thema Energiewende meldet sich, stellvertretend für den Landesverband Thüringen der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), Stefan Schellenberg, Vorsitzender des ÖDP-Regionalverbandes Fränkisches Thüringen zu Wort. Schellenberg, wohnhaft in Kleinschmalkalden (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) und ehemaliges Parteimitglied von FDP und B’90/Grüne, ist beruflich als Inhaber und Geschäftsführer eines HLS-Betriebes mit Sitz im Wartburgkreis tätig.

Die derzeitige Bundes- und Landespolitik diskutiert, welche Energieträger vor allem für die Stromerzeugung genutzt werden sollen. Dazu sollte man einige Zahlen kennen, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Im Jahre 2021 waren von der Bruttostromerzeugung (557,0 Mrd. Kwh) 40,6 % (-5,3%) Erneuerbare Energien, 11,8% (+7,4%) Kernenergie und Fossile Energieträger 47,6 % (+10,9%). Die Zahlen in Klammern sind die Veränderung zum Jahr 2020. Der größte Teil der Verstromung aus erneuerbaren Energien (237,6 Mrd. Kwh) wird in Deutschland durch PV-Anlagen (51,2 Mrd. kWh) und Windkraft am Land (91,7 Mrd. kWh) erzeugt. Das windschwache Jahr 2021 zeigt, dass bestimmte erneuerbare Energien großen Schwankungen unterliegen.

Ein massiver Ausbau vor allem von Windkraft- und PV-Anlagen hat nur einen Nutzen, wenn die Speichertechnologie in verschiedenen Formen mit ausgebaut wird, damit diese Energieform eines Tages unabhängig ist und die fossilen Energieträger zu 100% ersetzt. Die Kernenergie hat zu dem hohen Gefahrenpotential das Problem der Endlagerung, dadurch gibt es auch immer wieder massive Proteste der betroffenen Bevölkerung. Bei den Fossilen Energieträgern hatte im Jahre 2021 Erdgas einen Rückgang von 5,0%, aber es gab einen Zuwachs bei der Braunkohle von 20,3 % (+18,7 Mrd. Kwh) und Steinkohle von 28,1% (+12,1 Mrd. kWh). Diese beiden Energieträger haben eine CO2-Emmission von ca. 1,06 -1,36 kg/Nettostrom kWh. Selbst eine Verbesserung des Wirkungsgrades solcher Kohlekraftwerke zeigt, dass es bei Abschaltung der Atomkraftwerke zu einem weiteren massiven Anstieg der CO2 Belastung kommt und durch den Anstieg verschiedener Emissionen die gesundheitliche Belastung steigt. Der fossile Energieträger Erdgas hat bei der Verstromung einen Faktor von ca. 0,55 kg/kWh. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass der Energieverbrauch für die Verstromung nur etwa 1/7 des gesamten Primärenergieverbrauchs von Deutschland ist und davon wieder die Erneuerbaren Energien nur einen Anteil von 15,9% haben, wird die Größe der Aufgabe, eine erfolgreiche Energiewende zu schaffen, sichtbar.

Das wirtschaftliche und politische Problem ist, dass wir außer der Braunkohle die fossilen Energieträger fast zu 100% aus den verschiedensten Ländern der Erde beziehen.

Die Erneuerbaren Energien mit einem gesunden Mix aus verschiedenen Technologien können eine größere wirtschaftliche Stabilität durch Unabhängigkeit schaffen. Aber bis dahin sollten die fossilen Energieträger so eingesetzt werden, dass sie für die jetzige Bevölkerung und für die zukünftigen Generationen die geringste Belastung darstellen.
Die Förderungsstrategie der alten und derzeitigen Regierung folgt in vielen Bereichen einer Ideologie, aber passt sich weder vorhandenen noch zukünftigen möglichen Strukturen an und berücksichtigt nicht die wirtschaftlichen und finanziellen Möglichkeiten von Industrie, Gewerbe und Bevölkerung.
Im Privatbereich sollte die Fördersumme für Investitionen in Erneuerbaren Energien oder Energieeinsparung abhängig vom Einkommen sein, ähnlich der Splittingtabelle bei der Lohnsteuer.
Menschen mit geringen Einkommen können sich auch bei den derzeitigen Förderbeträgen nicht an der Energiewende beteiligen, weil sie weder das Kapital haben, noch einen notwendigen Kredit bekommen.
Personen mit hohen Einkommen sind dagegen ohne einen staatlichen Zuschuss in der Lage, diese Investitionen zu finanzieren.
In der Industrie und Gewerbe könnte durch Sonderabschreibungen oder staatlich abgesicherte Kredite die Energiewende unterstützt werden, damit die Unternehmen konkurrenzfähig bleiben.
Einer der größten Fehler der alten und jetzigen Regierung ist, immer nur auf eine bestimmte neue Technologie zu setzen. Das führt nach kurzer Zeit zu einer stark erhöhten Nachfrage, welche einen Mangel in verschieden Wirtschaftsbereichen auslöst und teilweise katastrophale Folgen verursacht.

Wir sollten weniger auf bestimmte „Spezialisten“ hören, sondern vielmehr von dem genialen Gestalter „Natur“ lernen.
Sie zeigt, dass die Vielseitigkeit mit entsprechender Anpassungsfähigkeit optimale Kreisläufe generiert.

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