Tabu.

Das Wort „weniger“ ist eine problematische Ankündigung. Allzu sehr sind wir alle auf „mehr“ getrimmt: Ein neues Fahrzeug mit weniger PS/KW? Eine Bilanz mit weniger Umsatz und weniger Gewinn? Weniger Mitglieder, weniger like´s, weniger Anhänger, weniger Applaus? Das reißt alles nicht mit. "Mehr" gilt oft als Synonym zu "besser". So sind wir gepolt.

Meine Partei geht jetzt das Wagnis ein, dieses Tabu zu brechen. Zur Europawahl werden die Wählerinnen und Wähler mit dem Begriff „weniger“ konfrontiert. Ich bin sehr froh darüber, dass sich der Bundesvorstand und die Werbekommission für diesen Tabubruch entschieden hat: Es geht nicht ohne diese Ehrlichkeit und ohne diese Wahrheit. Die große und unvermeidbare Transformation unserer Lebensverhältnisse braucht viel Neues. Dort, wo heute Not und Elend herrschen, braucht es sicherlich auch „mehr“. Aber im Ganzen geht es nicht ohne „weniger“.

Ich bin sehr gespannt, wie die Wählerschaft auf die Plakate und Flugblätter der ÖDP in der Europakampagne mit dem großen Wahlversprechen „Weniger!“ reagieren wird.


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